12. März 2026 · Analysepraxis
Mietspiegel und Modellwerte sinnvoll gegenüberstellen
Automatisierte Mietprognosen wirken präzise — oft stehen dahinter jedoch Durchschnitte, die die konkrete Wohnung nur grob treffen. Dieser Beitrag zeigt einen ruhigen Abgleich.
Bei der Analyse von Immobilieninvestitionen tauchen immer häufiger Berichte auf, die mit künstlicher Intelligenz oder großen Vergleichsdatenbanken arbeiten. Der ausgewiesene Eurobetrag pro Quadratmeter wirkt dann wie eine harte Tatsache. Für die Kaufentscheidung brauchen Sie jedoch eine zweite Spalte: Was sagen Mietspiegel, lokale Angebote und die Ist-Mieten im Haus?
Drei Spalten anlegen
Notieren Sie für die betreffende Einheit: (1) Modellwert aus dem automatisierten Bericht, (2) Spanne aus dem qualifizierten oder einfachen Mietspiegel, (3) tatsächlich inserierte oder abgeschlossene Mieten in vergleichbarer Lage. Schon diese Übersicht zeigt, ob das Modell eher optimistisch, konservativ oder mittig liegt.
Wohnungsmerkmale gewichten
Dachgeschoss ohne Aufzug, lärmende Straße oder fehlende Einbauküche verschieben die erzielbare Miete spürbar. Viele Modelle glätten solche Merkmale. Markieren Sie Abweichungen explizit und fragen Sie, ob der Bericht sie überhaupt kennt.
Entscheidung daraus ableiten
Liegt der Modellwert klar über den lokalen Quellen, rechnen Sie die Ertragsannahme im Excel-Modell herunter — oder fordern Sie eine Nachbesserung des Kaufpreises. So bleibt die Rolle künstlicher Intelligenz bei der Analyse von Immobilieninvestitionen hilfreich, ohne die Preisfindung zu dominieren.